Ich bin keine moderne Designerin. Ich sitze nicht in einer Agentur an einem Schreibtisch mit Drehstuhl während sich in meinem Kopf Logos und Schriftarten bekämpfen. Ich bin nicht diejenige die die Cornflakes-Verpackung der nächsten Generation beschreibt und dafür sorgt das ein Tiger über den Bildschirm huscht. Ich sitze nicht zwischen zwei Stühlen, da mir niemand sagt welche Farbe ich gebrauchen soll, höchstens meine innere Stimme.
Ich bin eine Gestalterin. Ich gestalte Geschichten in Bildern und manchmal auch in Worten. Ich sitze auf dem Drehstuhl und drehe mich im Kreis bis die Gedanken herausfallen. Dann landen sie auf dem großen Tisch auf dem es allerlei Dinge zu entdecken gibt. Ponys laufen im Takt der Schreibmaschine über die gedruckten Papierfetzen und stolpern über die Buchstaben, Sätze und Wörter bis die Paper dolls ihr Kleid gefunden haben und einen Tanz auf den Bücherbergen tanzen.
Meine Hände sind schmutzig und schwarze Drucktinte klebt unter den Fingernägeln, kleine Verletzungen sind mit Pflaster beklebt und die Maschinen aus vergangenen Zeiten atmen bei mir ein und aus.
Nadel und Faden finden ihren Weg durch das Papier und heften die Seiten zusammen, die sich dann in einem aus leimriechenden Deckel wiederfinden. Kein Buch gleicht dem Anderen und jedes Blatt geht durch meine Hände bis es dann in andere Hände gelegt wird.
Manchmal ist es laut in dem Raum mit dem Drehstuhl und den brummenden Maschinen. Dann finden sich große und kleine Menschen an diesem Ort zusammen und wollen ebenfalls Geschichten erzählen und dreckige Finger haben.
Ich erzähle Geschichten und baue Bilder.
